Am liebsten würde ich mir ja sofort ein Kindle kaufen …
Endlich ist das Kindle auch in Deutschland angekommen. Eigentlich ja fast schon zu spät. Keine Ahnung, wie lange es schon im Ausland erhältlich war – iPad & Co waren jedenfalls schneller hier. Dafür, dass aber Amazon so lange auf sich hat warten lassen, scheint der Abverkauf gut zu laufen. In einigen Blogs gibt es schon Erfahrungsberichte, die viel Gutes versprechen. Und auch Nutzer, die bereits ein iPad ihr Eigen nennen dürfen, haben sich zusätzlich ein Kindle bestellt und empfinden es als praktische und lang erwartete Ergänzung. Und das hat mich irgendwie hellhörig gemacht.
Eigentlich hatte ich dem Kindle bisher keine große Beachtung geschenkt. Nicht in Deutschland erhältlich, keine deutschen Titel, kein Bedarf. Jetzt ist es da, viele schwärmen dvon und sind begeistert. Dem muss man dann doch mal auf die Schliche gehen. Also habe ich mir nun ein paar Testberichte anderer Blogger zu Gemüte geführt und bin ziemlich angetan vom Kindle. Und das allein durch die Berichterstattung. Und das kommt eigentlich sehr sehr sehr selten bei mir vor. Ich traue nämlich eigentlich normalerweise keinen Dingen, die ich nicht selber in der Hand hatte. Aber das Konzept überzeugt.
Eigentlich bin ich Print-Fanatiker. Einerseits beruflich, andererseits auch schon immer privat. Print ist einfach unersetzlich. Die Haptik, der Geruch und die Möglichkeiten die es bietet, sind einfach von größter Güte. Und ich habe schon immer gerne Geld für Bücher ausgegeben. Je qualitativ hochwertiger umso besser.
Und trotzdem habe ich mich irgendwie ein bisschen in das Kindle verguckt. Denn Vorteile gibt es genügend. Extrem lange Akkulaufzeit, extreme Flexibilität (kostenloses 3G), gute Lesbarkeit in allen Situationen und Lagen und einen ziemlich günstigen Preis bei augenscheinlich guter Verarbeitung.
Und der Preis ist nun mein Problem. Allerdings nicht, dass Amazon die $-Preise einfach 1:1 in €-Preise übernommen hat – ist zwar nicht die feine Englische – aber andere machen das ähnlich und teilweise sogar mit höheren €-Preisen. Auch anderweitig geäußerte Kritik, wie z.B. das geschlossene System, das eigene Format, fehlendes Netzteil uvm. hat mich nicht weiter gejuckt. Eigentlich würde ich es mir ja sofort kaufen wollen …
… Was mich jedoch extrem stört, ist dass die Preise der Kidle-Editionen kaum einen Preisvorteil gegenüber eines normalen Taschenbuches bringen. Teilweise liegen die Unterschiede im Cent-Bereich. Das höchste, was ich beim Überfliegen des Online-Shops gesehen habe, waren grad mal 2 Euro. Und das ist mir einfach zu wenig dafür, dass ich erstmal für das Medium zahlen muss und dann nur eine Datei bekomme. Wenn man bedenkt, dass Dinge wie Druck, Verarbeitung, Verpackung, Distribution, Lagerung und Versand wegfallen, dürften 30–40 % der Kosten eines Taschenbuches wegfallen. Aber das tut es nicht.
Und an dem Punkt kommt wieder der Print-Nazi in mir durch: ich gebe lieber ein paar Cent bis zwei Euro mehr für eine Publikation aus und habe dann auch ein richtiges Buch in der Hand. Denn das ist es mir mehr als Wert. Ebenfalls kann ich das Buch auch weitergeben und verkaufen, was mit den Kindle-Versionen (noch?) nicht möglich ist.
Ich würde das Kindle gerne dafür nutzen, um z.B. mein schon lang geplantes Vorhaben umzusetzen, wieder mehr zu lesen. Was das ganze erleichtern würde, weil ich mir nicht Gedanken über die Unterbringung der ganzen Bücher machen müsste, sie immer klein und handlich dabei hätte und die Handhabung beim Lesen ähnlich komfortabel wäre. Leider verwässert der Preisunterschied die Vorteile zu stark. Und daher bleibe ich erstmal lieber beim guten alten analogen Buch.


kann den einen gedanken zwar verstehen, daß man für minimal mehr geld auch was gedrucktes in der hand haben kann…
der andere gedanke aber, dass man tonnenweise bücher in so einem kleinen teil mit sich rumschleppen kann und dass auf-iPhone/iPad-Leserei für mich nach mehr als 10 minuten nervig wird, lässt mich genau jetzt zur packstation fahren um das teil abzuholen
Es gab doch schon vor dem Kindle E-Book-Reader, meine Frau ist mit ihrem Sony PRS-505 zufrieden. Das Teil hat sie fast eineinhalb Jahre und schon damals konnte man bei größeren Online-Buchhändlern (außer Amazon) dafür Bücher kaufen, entweder als ePub oder als Adobe Digital Editions.
Achja, der PRS ist auch deutlich offener als der Kindle, da kann man ganz leicht auch andere Formate mit ansehen
@bob
wie gesagt, der fehlende preisvorteil versaut mir (noch) alle noch so guten vorteile, die das kindle mitbringt. und so schlepp ich weiterhin nur ein buch mit mir mit.
viel spaß auf jeden fall mit deiner anschaffung
@max
sowohl das prs als auch oyo habe ich mir damals angeschaut und war nicht von angetan. beim kindle bin ich das deutlich mehr.
und ich habe kein problem damit, mich an amazon zu binden und auf ein geschlosseneres system zu setzen.
Ich find das Kindle super, aber es geht nichts über ein “reales” Buch!
LG
@Lars
ich finds bei Amazon nur schade, dass sie nur für ihren Kindle verkaufen, mal ganz abgesehen von den Preisen für eBooks.
Bei den Musik-Downloads braucht man ja auch kein zertifiziertes Gerät und man bekommt DRM freie MP3.
Das wirkliche Killerfeature des Kindle bzw. Amazon ist für Autoren natürlich das Veröffentlichen von eigenen Werken direkt auf den Kindle, ohne einen Verlag dazwischen, da haben sie deutlich bessere Verdienstmöglichkeiten.
Ich bin mir auch am überlegen, eines zu kaufen. Ist halt schon praktisch. Irgendwie. Auf eine gewisse Weise.
ACH VERDAMMT ich bin so ein Konsumopfer.
[...] gelogen) auch noch ein herzallerliebstes Kindle 3G bestellt. Ja, ich wetterte vor zwei Tagen noch gegen die Ebook-Preispolitik, aber es ergaben sich noch weitere Gründe („Die Zeit“ als Monats-Abo für unschlagbare 4.99 [...]
Mich ärgert auch der fehlende Preisvorteil. Sonst kaufen wir ein gedrucktes Buch und lesen dies mit 4-5 Leuten. Wenn sich jtzt jeder ein Kindle kauft muss auch noch jeder den vollen Preis zahlen. Ausserdem kann ich nicht nachvollziehen, wieso die Bücher das gleiche Kosten. Wie eben schon erwähnt, fallen ja alle Produktionsschritte weg… Wenn sich dadran noch was ändert, werde auch ich mich an Board schwingen, aber bis dahin….